Eine Woche bin ich mittlerweile wieder Zuhause, wie die Zeit vergeht! Wenn ich zurück denke, an mein Abenteuer; Habe ich wundervolle Bilder im Kopf. Die unendliche Weite der nördlichen Tundra, kleinere und größere Rentierherden am Straßenrand, die netten Menschen die ich unterwegs traf. Bunte Fischerhütten an endlosen Sandstränden faszinierten mich genau wie die modernen Städte und imposanten Brücken und tiefen Tunnel durch die mich meine Reise führte. Um das alles genießen zu können habe ich bereits einige Zeit vor meinem Trip mit der Planung begonnen. Alle wichtigen Infos zu meiner Route habe ich dir hier zusammengestellt.

Die Vorbereitung – Wo? Wie? Wann?

Was?! Einen Roadtrip vorbereiten? Du wirst dich wahrscheinlich grad etwas wundern: Einen Roadtrip plant man normalerweise nicht. In diesem Fall war es aber leider notwendig und ich konnte es während der Fahrt etwas entspannter angehen.

Norwegen

Zu Beginn meiner Planung wusste ich lediglich, dass es nach Norwegen geht. Bereits als Jugendliche war ich mehrfach dort, seither ist es mein absolutes Traumland. Ob sich das wohl nach meinem Trip geändert hat?! Ich las vor einigen Jahren in einer Bike-Zeitschrift einen Artikel über Mountainbiken auf Senja. Die Tourenbeschreibungen und die Bilder ließen mich all die Jahre nicht los. Ich wollte auch einmal mit dem Rad bergabrollen und diese Wahnsinns Ausblicke erleben. Zum Glück ist Senja eine Insel in Norwegen 🙂 Punkt 1 auf meiner Roadtrip-Liste.

Norwegen
Mountainbiken in Norwegen

Wenn ich schon so weit oben bin, 500km nördlich vom Polarkreis, dann kann ich auch gleich noch ans Nordkap fahren. Zack: der 2. Punkt auf meiner Liste. So kam ein Punkt nach dem anderen hinzu. Ich recherchierte viel auf Komoot, wo es sehenswerte Wanderungen und Radtouren gab. Diese fügte ich zu meiner Route hinzu.

Natürlich durften ein paar Klassiker, wie ein Besuch am Geiranger Fjord und Städtetrips wie z.B. in Trondheim nicht fehlen. Das brachte etwas Abwechslung in meine, sonst so einsame Reise.

Trondheim

Nachdem ich alle wichtigen Punkte zusammen hatte, erstellte ich mir eine MyMaps Karte über Google. Das tolle daran, man kann sich direkt die Routen zwischen den einzelnen Zielen anzeigen lassen. Die App spuckte mir eine Strecke von 9000 km aus. Ich war zu Beginn etwas erschrocken, denn ich kannte die Norwegischen Straßen. Dafür würde ich ja 2 Monate brauchen. Daher optimierte ich etwas:

Um schneller voran zu kommen, plante ich eine Anreise über Schweden. Denn dort gibt es noch, mehr oder weniger, richtige Autobahnen. Mit der Fährfahrt spare ich mir zusätzlich einige Stunden Autofahrt. Nach wochenlanger Suche und Optimierung meiner Route war klar. 4 Wochen Urlaub müssen es sein!

My Maps (zur Routen Erstellung)

Hier kannst du Alle Orte und Highlights deiner Reise eintragen und dir auch direkt die Route anzeigen lassen. Mega praktisch um den Überblick nicht zu verlieren.

Wann ist die Beste Reisezeit für einen Roadtrip zum Nordkap?

Diese Frage konnte ich schnell für mich beantworten: Ich werde im Spätsommer fahren; Mitte August bis Mitte September. Dann ist sicherlich der letzte Schnee geschmolzen 😉 – das Wetter ist stabiler, es ist noch lange hell und ich habe sogar bereits die Chance Polarlichter zu sehen. Du musst dich jedoch auf jedes Wetter einstellen: von Sonnenschein und 25°C bis hin zu tagelangem Regen und nächtlichen Temperaturen um die 5 Grad.

Nordkap

Als mein Urlaub genehmigt wurde, habe ich direkt die Fähre für die Anreise gebucht. Das Empfehle ich dir dringend, denn diese werden von Tag zu Tag teurer. Über DirectFerries habe ich mir die verschiedenen Verbindungen rausgesucht und die für mich Beste Fähre gebucht. Das ging ganz unkompliziert und schnell. Um etwas Zeit zu sparen entschied ich mich für eine Nachtfähre von Travemünde nach Malmö. Ich hatte eine Innenkabine und konnte sogar ziemlich gut schlafen.

On the Road – Maut / Fährverbindungen / Regelungen

Ich fuhr ganze 3 Tage durch Schweden, teilweise über Autobahnen. Aber viele Teile meiner Route führten mich auch über Kilometerlange Schotterpisten. Du musst wissen, in Skandinavien sind meistens nur die Hauptstraßen (bei uns die Bundes- und Staatstraßen) geteert. Die kleinen Dorfstraßen und Verbindungswege sind in der Regel mit Schotter belegt. Beachte dies bei der Reiseplanung. Im Gegensatz zu den Geschwindkeitsempfehlungen, bin ich hier maximal 40km/h gefahren. Meinem Auto und den Tieren zu Liebe, den der erste Elch auf meiner Reise hatte es eiliger als ich, zum Glück habe ich ihn früh genug gesehen.

Fähre nach Schweden

Meine Durchreise durch Schweden verlief ziemlich unspektakulär. Ich passierte keine Mautstellen und benötigte keine Inlandsfähren. Lediglich die Spritpreise machten mir etwas Angst. Im Schnitt zahlte ich 17,50 Schwedische Kronen, was umgerechnet etwa 1,50 €, pro Liter Diesel. Nach meinen Recherchen musste es in Norwegen noch deutlich teurer sein. Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Dem war nicht so! Ich tankte in Norwegen im Schnitt für 14,50 Norwegische Kronen, dies entspricht ca 1,50 €. Dazu gibt es jedoch regional Starke Preisunterschiede. Im Norden, genauer gesagt an der 2. nördlichsten Tankstelle in Norwegen tankte ich am günstigsten. Während der Liter im Ballungsgebiet von Trondheim bereits 17,70 NOK betrug.

Auf den Hauptverkehrsstraßen wie der E6 findest du alle paar Km eine Tankstelle, falls du wie ich lieber über noch kleinere Straßen fährst solltest du unbedingt deine Tanknadel im Blick haben. Hier kann es sein, dass die nächste Tankstelle 150km entfernt ist.

Fuel Finder (Tank App für Skandinavien)

Für die grobe Planung nutze ich die App FuelFinder. Diese funktioniert in allen Skandinavischen Ländern und zeigt dir auch die aktuellen Preise an. Die App ist kostenlos und für Android und IOS verfügbar.

Bis zum Nordkap kommt man ganz ohne Fähre, falls du deine Anreise über Dänemark planst und dann über die Öresundbrücke nach Schweden reist. Aber spätestens auf der Reise von Nord nach Südnorwegen musst du eine Fähre nehmen. Diese Fährfahrt zwischen Skarberget und Bognes dauert keine 20 Minuten. Die Fähren fahren regelmäßig, alle 20 Minuten von frühs morgens bis spät in die Nacht. Da ich nicht genau wusste wann ich am Fährhafen ankomme, habe ich diese Fähre nicht vor gebucht. Das war aber auch gar nicht nötig. Ich reihte mich in die nächste freie Reihe ein und befuhr nach Anweisungen des Fährpersonals das Schiff. Zahlen musste ich weder diese Fähre, noch eine der anderen in Norwegen sofort auf dem Schiff. Stattdessen wurde jedes Mal das Kennzeichen meines Campers fotografiert.

Die Rechnungen flattern wohl in den nächsten Tagen bei mir ein 🙂 – Ich kann mir vorstellen, dass alle Inländischen Fähren in Norwegen nicht per sofort bezahlt werden müssen. Durch die Fotos und die folgende Rechnung nach Hause wird der Kontakt reduziert und somit dem “C” Virus keine Chance gegeben.

Google Maps

Da nicht alle Fähren in Norwegen über einen Anbieter laufen, ist es schwierig gewesen die Abfahrtszeiten und Kosten für die Überfahrt herauszufinden. Aber hierfür gibt es ja Google Maps. Wenn du hier den Hafen auswählst an dem du abfährst werden dir alle Infos zu Fahrzeiten und Kosten angezeigt.

Ebenso wurden auch die zahlreichen Mautstraßen und Brücken abgerechnet. Ein Schild warnt vor einer Mautstelle, 200m später kommt eine Blitzanlage und schießt nette Fotos vom Kennzeichen. Die Preise für PKW und LKW stehen übrigens auf den Hinweisschildern. Die Rechnung kommt genau wie bei den Fähren direkt nach Hause. Lediglich die Fähre Richtung Dänemark musste ich im Vorfeld buchen und zahlen. Diese buchte ich 3 Tage vor Abfahrt, ebenfalls über DirectFerries und zahlte mehr, als für meine Hinfahrt. Früh buchen lohnt sich also.

Direct Ferries (Buchungs App)

Für die Buchungen über Direct Ferries gibt es eine tolle App, in der du überblick über deine Buchungen erhältst.

Fazit zu (m)einem Norwegen Roadtrip

Ja, genau so stelle ich mir Urlaub vor! Viel Natur, Wasser und hohe Berge. Natürlich wurde im Urlaub viel improvisiert und unterwegs immer wieder umgeplant. Aber das macht einen Roadtrip ja erst aus.

Ich würde mich freuen, wenn dir mein Beitrag bei deiner Planung helfen kann. Wenn dein Roadtrip nach Norwegen noch bevor steht kannst du mich für Fragen gerne jederzeit anschreiben. Falls du schonmal in Norwegen warst interessiert mich brennend wie es dir gefallen hat. Bist du gut zurecht gekommen auf den schmalen und kurvigen Straßen?

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