Die kleinen Gipfel zwischen Breitenstein und Wendelstein stehen ihren großen Nachbarn in nichts nach. Aber da es hier weder Seilbahn noch Zahnradbahn gibt, ist man an Türkenköpfl, Kirchwand und Schweinsberg fast immer allein.

Der Wendelstein

Der Wendelstein ist mit seinen 1838m der höchste Berg des Mangfallgebirges, im östlichen Teil der Bayerischen Voralpen. Für Wanderer aber auch Sternengucker und Meterologen stellt er ein attraktives Ziel da. Über zahlreiche Zustiege lässt er sich erklimmen. Aber auch mit der Seilbahn ab Bayrischzell oder der Zahnradbahn ab Brannenburg ist der Gipfel zu erreichen.

3 Gipfel Tour

Rückblick auf den Wendelstein während meiner kurzen Pause am Grat. Erkennst du auch das Gipfelkreuz vom Türkenköpfl?

3 Gipfel Tour

Unbekannte sind die Gipfel im Wendelsteinmassiv natürlich nicht. Aber im Gegensatz zu Breitenstein im Norden und dem Wendelstein im Süden nicht so überlaufen. Die Aus- und Weitblicke und der wunderschöne Pfad am Grat machen diese Tour zu einer unvergesslichen Alternative.

Anfahrt

Mit dem Auto

Autobahn München – Salzburg. An der Ausfahrt Irschenberg abfahren und über Hundham weiter nach Fischbachau. Im Ortskern links Richtung Birkenstein. Nach einem guten KM befindet sich der große Wanderparkplatz auf der rechten Seite. Hier kannst du für 5 Euro den ganzen Tag parken. Alternativ gibt es einen kostenlosen Parkplatz am Wolfsee. Von dort benötigst du zu Fuß ca. 30min bis du am Wanderparkplatz Birkenstein und dem Ausgangspunkt der Tour ankommst.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Von München Hauptbahnhof mit der Bayerischen Oberlandbahn Richtung Bayrischzell bis zur Haltestelle Fischbachau. Von dort fährt regelmäßig ein Bus zum Wanderparkplatz Birkenstein.

Tourenbericht

Das Türkenköpfl, auch Elbacher Kreuz genannt ist ein kleiner Felsen auf dem Grat, der sich vom Wendelstein kommend nach Westen erstreckt. Zahlreiche Gedenktafeln für verstorbene Bergkameraden der DAV Sektion Bad Aibling sind unterhalb des Holzkreuzes angebracht. Obwohl sich der Aufstieg anfangs lang über Forstwege zieht, lohnt eine Tour zu dem wenig frequentierten Gipfel: Dieser lockt mit einer recht schönen Aussicht auf den Wendelstein, die Aiplspitz, den Schweinsberg und den Breitenstein.

Kirchwand Gipfl
Das Gipfelkreuz der Kirchwand
Gedenktafeln
Gedenktafeln am Türkenköpfl
Schweinsberg
Der Schweinsberg Gipfel

Am Wanderparkplatz starte ich die Tour in Richtung Nordosten, der Beschilderung Richtung Wendelstein. Nach ein paar Minuten erreiche ich eine kleine Brücke an der sich der Weg gabelt: Ich folge dem gut ausgeschilderten Weg zum Wendelstein. Dieser verläuft linker Hand, anfangs noch recht moderat bergauf. Sobald der Forstweg in den Wald führt nimmt die Steigung zu.

Aufstieg Straße

Der Aufstieg verläuft zu Beginn unspektakulär aber sehr steil durch den Wald. Manchmal lichtet sich der Wald und man kann tolle Ausblicke genießen.
Aufstieg Sonne

Schnell stelle ich fest, dass ich mich auf dem Meditationsbergweg befinde. Dieser führt von Fischbachau bis zum Wendelstein und bietet mehrere Raststationen. Eine kleine Verschnaufpause gönne ich mir direkt an der 2. Station. Hier gibt es eine schöne Bank mit Ausblick auf die umliegenden Berge Richtung Österreich.

Weiter, steil bergauf geht es vorbei an Station 3 des Meditationsbergwegs. Nach 2 weiteren Kehren erreiche ich Station 4. Hier gibt es auch einen Holzunterstand. Diesen solltest du dir merken, denn kurz darauf zweigt linker Hand ein steil ansteigenden Pfad von der Forststraße ab. Diesem folge ich über Wurzeln durch den Wald, bis ich eine Almwiese oberhalb der Spitzingalmen erreiche.

Pausenbank

Von hier habe ich einen tollen Blick ins Leitzachtal und auf die Spitzingscheibe, direkt hinter den Almen. Richtung Südosten schweift mein Blick vorbei am Pfeiler der Wendelsteinbahn zum Großen Traithen. Unmittelbar vor mir präsentiert sich der Wendelstein und die Westwand des Bocksteins.

Ich folge dem Steig weiter über Almwiesen, bis ich durch eine Baumreihe komme. Dann heißt es Obacht: Der Steig Richtung Türkenköpfl geht an einer sehr unübersichtlichen Stelle steil links ab. Der erkennbare Steig geradeaus führt weiter Richtung Wendelstein. Ich halte mich auch hier wieder links und über ein paar Kehren durch steiles Gelände und einer weiteren Baumreihe erreiche 10 Minuten später den Grat.

Hier kann ich nun auch die Aussicht Richtung Norden genießen. Direkt unter mir befindet sich die Elbach-Alm, im Nordwesten ist bereits der Schweinsberg und auch der Breitenstein zu sehen.

Steig abzweig

Am Grat halte ich mich rechts bis ich durch ein kleines Gatter auf die andere Seite des Zaunes gelange. 5 Minuten später stehe ich am 1. Gipfel der 3 Gipfel Tour, dem Türkenköpfl. Den markanten, felsigen Gipfel ziert ein hölzernes Kreuz. Die Felsen zieren zahlreiche Gedenktafeln, in Erinnerung an die verstorbenen Bergkameraden des DAV der Sektion Bad Aibling.

Türkenköpfl

Ich genieße die tollen Ausblicke und das 360Grad Panorama etwas, bevor ich mich auf den Weg zu Gipfel Nr 2 mache. Dafür folge ich dem Steig vom Türkenköpfl hinab, durch den Weidezaun hindurch, bis ich wieder auf dem Gratpfad ankomme. Für den nächsten Kilometer bleibe ich nun auf dieser Höhe.

Es gibt zwar eine kurze Kletterstelle hinab und kurz vor der Kirchwand eine Kraxelei hinauf. Aber mit dem Einsatz der Hände sind beide Stellen sehr leicht zu meistern. Lediglich für kleine Kinder könnte die erste Stelle schwieriger werden.

Steigi
Toter Baum

Ich nehme mir am Grat viel Zeit, nicht zuletzt weil ich oft nach der richtigen Richtung suchen muss. Der Weg ist nicht immer eindeutig zu erkennen! Auf einem kleinen sonnigen Wiesenstück mache ich eine Brotzeit. Mit Blick auf den Wendelstein und ganz allein, herrlich!

Nach der kurzen Rast geht es die letzten Meter zum Kirchwandgipfel. Nach der 2. Kletterstelle ändert sich das Gelände schlagartig. Der Grat endet hier in einer breiten, sanften Almwiese. Das Gipfelkreuz der Kirchwand steht mitten auf der Wiese, von hier habe ich erneut einen tollen Rundumblick. Direkt unter mir, in Richtung Norden befindet sich die Aiblinger Hütte. Weiter hinten erkenne ich die Wirtsalm und die Mountainbike Strecken am Jenbach.

Rückblick auf den Wendelstein

Um zum 3. Gipfel der Tour, dem Schweinsberg zu gelangen folge ich dem schmalen Pfad über die Almwiese. Immer rechter Hand des Drahtzaunes hin bis zu einem Übertritt im Schweinsbergsattel. Ab hier ist der Gipfel schon ausgeschrieben; Noch 15 Minuten. Erneut ändert sich das Gelände: Der Steig hinauf zum Gipfelkreuz des Schweinsbergs ist zu Beginn wurzelig und später sehr steinig.

Oben angekommen habe ich nochmals tolle Ausblicke ins Leitzachtal und zum Breitenstein. Lange bleibe ich jedoch nicht, da aus dem Tal immer mehr Wanderer herauf strömen.

Aufgrund der Naturschutzsperrung am Nordhang des Schweinsbergs steige ich bis zum Sattel auf gleichem Weg hinab. Halte mich aber an der Gabelung rechts. Den Wegweisern Richtung Breitenstein und Kesselalm folgend geht es über matschige Wege und Wiesen hinab bis zu einer Almhütte. Sobald du diese erreicht hast, hast du es auch schon fast geschafft. Die letzten Abstiegs-Kilometer kannst du durchweg auf Forststraßen gehen.

Nach 15 Minuten führt mich die Forststraße aus dem Wald und ich habe nochmal einen tollen Blick auf den Breitenstein. Auf dessen Zustiegsweg ich mich links, Richtung Kesselalm halte. In einigen Serpentinen geht es nun nochmal recht steil, vorbei an der Kesselalm, hinab Richtung Birkenstein.

Sobald der Abstiegsweg den Wald erreicht lässt das Gefälle aber nach und die letzten Kilometer verlaufen unspektakulär hinab zum Wanderparkplatz. Daher verlasse ich nach einer scharfen Kurve den Weg und biege in einen kleinen, Wurzelpfad ab. Dieser führt mich direkt an einem tollem Wasserfall vorbei. Kurz darauf stößt der Pfad wieder auf den Normalweg. Diesem folgen ich nun, bis ich nach 5 Minuten den Ausgangspunkt der Tour erreicht habe.

Fazit zur 3 Gipfel Tour

Ein Wort reicht eigentlich “WOW” – eine wahnsinnig schöne Tour! Aber etwas ausführlicher solls doch werden. Ich bin genau diese Tour 2x in innerhalb von 5 Tagen gegangen, und das soll schon was heißen. Das erste mal samstags, ziemlich früh am morgen. Leider hat mir das Wetter ein Strich durch die Ausblicks-Rechnung gemacht. Während dem Aufstieg hatte ich noch etwas Sonne, ab den Spitzingalmen jedoch nur noch Nebel. Das Gipfelkreuz vom Türkenköpfl musste ich sprichwörtlich suchen.

Daher beschloss ich die Tour ein paar Tage später, bei strahlendem Sonnenschein, nochmal zu gehen. Ich wurde dann auch tatsächlich mit traumhaften Ausblicken belohnt. Das tolle an der Tour, die abwechslungsreichen Wege und Landschaften. Zu den Highlights zählen neben den Ausblicken natürlich auch die Kletterstellen und der kleine Wasserfall am Ende der Tour. Man kann die Tour selbstverständlich auch erweitern: Der Breitenstein liegt “fast” auf dem Abstiegsweg.

Tourdaten zum nachwandern

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