Ich kann mich noch an meine erste Bike&Hike Tour auf den Hochgern erinnern. An den abwechslungsreichen Weg und die atemberaubende Aussicht auf den Chiemsee und die umliegenden Berge. Kein Wunder, dass der Hochgern schnell zu meinem absoluten Lieblingsberg wurde. Bald kannte ich alle Wanderrouten zum Gipfel. Aber diese schönen Almwiesen, auf die man vom Gipfel blickt, die kannte ich noch nicht. Es war an der Zeit das zu ändern.

Die Hochgernumrundung

Bei meinen Recherchen rund um eine mögliche Route fand ich recht schnell heraus, dass es sich dabei um die klassische Hochgernumrundung handelt. Ausgeschrieben ist diese als fordernde Mountainbike Tour mit einigen technisch anspruchsvollen Trails und reizvollen Moor- und Wiesenlandschaften. Auf der knapp 40km langen Rundtour überwindet man 1580hm. Die Trails sind mit S2 ausgeschrieben. Richtig genießen kann man diese Tour trotz der geringen Kilometer aber nur als Ganztagstour. Es warten einfach zu viele reizvolle Landschaften und gemütliche Almen um diese Tour schnell zu fahren.

Tourbericht

Nicht allzu früh erreiche ich den Startpunkt der Tour. Auf dem Wanderparkplatz in Staudach ist schon einiges los. Ich kann trotzdem einen Parkplatz ergattern, ziehe ein Ticket und mache mich und Wicky abfahrbereit.

Die Tour beginnt direkt mit einem Anstieg, nicht lang, aber immerhin lässt er den Blutdruck direkt in die Höhe treiben. Die Anfahrt zum Wanderparkplatz in Marquartstein schlängelt sich bergauf/bergab über kleine Waldpfade. Da es hier erst auf den Berg geht und die Abfahrt auch an diesem Parkplatz endet kann man die Tour auch hier starten.

Ich fahre entlang der vielen Autos die dicht an dicht auf dem großen Parkplatz stehen. Bis am Ende die Forststraße hinauf zum Hochgern führt. Dieser gemächlich bergaufführenden Fahrstraße folge ich einige Kilometer. Bis ich an einer Weggabelung nicht mehr dem Wanderstrom folge, sondern mich rechts halte, ab hier folge ich nicht mehr den Schildern zum Hochgern, sondern fahre Richtung Jochbergalm.

Bald lässt die Steigung nach und der gut fahrbare Forstweg schlängelt sich unterhalb der Agerschwendalm entlang des Massivs. Zwischendrin habe ich immer wieder tolle Ausblicke auf die gegenüberliegende Hochplatte. Fast übersehe ich die steile Rampe, die sich nach einer Abzweigung vor mir auftut.
Sie hört genauso abrupt auf, wie sie begann und aus der Forststraße wird ein immer schmaler werdender Pfad. Ausgebremst wird man auf dem Pfad allerdings höchstens von den Kuhgattern. Er führt recht flach um einen kleinen Hügel herum. Bis er schließlich unterhalb der Jochbergalm wieder auf die Forststraße führt.

Ich genehmige mir hier einen Kaffee bevor ich weiterfahre, denn vor mir liegt nicht mehr als eine Wiese. Irgendwo da soll jetzt ein Trail bergab gehen. Ich kann ihn jedoch auf Anhieb nicht sehen. Erst als ich die ersten Radfahrer bergauf schieben sehe, erkenne ich wo es weitergeht.

Gabel und Feder sind offen, Helm sitzt, Navigation gestartet. Dann kanns ja losgehen.

trail2


Hui.. Ich mag solche Trails. Links und rechts nichts als Wiese. Der Trail an sich ist nicht zu steil, allerdings ein wenig ruppig. Ein erneutes Kuhgatter trennt den Trail von der nächsten Forststraße. Weiter bergab folge ich dem Weg Richtung Röthelmoos und später dann den Wegweisern nach Eschelmoos.


Vorbei an der Eschelmoos-Diensthütte die auf einer großen Almwiese steht, geht es weiter Richtung Weißer Ach. Aus der Forststraße wird ein steiler und steiniger Karrenweg. Dieser führt stetig und teils sehr steil entlang der Ach zwischen Hochgern und Hochfelln. Schnell fahren geht hier nicht, da viele Wanderer unterwegs sind. Die Landschaft ist aber eh so schön, dass ich sehr viele Fotostopps mache.

Bach

Durch dieses ursprüngliche Alpental gelange ich bis zur Menkenböden-Diensthütte. An dieser fahre ich links bergauf in Richtung Engelstein. Hier beginnt dann auch der zweite längere Anstieg der Tour. Dem zu Beginn mäßig steilen Forstweg folge ich bis zu einer Abzweigung. An dieser halte ich mich links, weiter bergauf Richtung Zinnkopf. Der Weg wird zwischendurch steiler, aber immer gut fahrbar. Kurz nach der Baireralm verliere ich ein paar Höhenmeter, die in der letzten Rampe aber schnell wieder aufgeholt werden.

Dann stehe ich auf einem wunderschönen Hochmoor Plateau. Rechter Hand, ein paar Meter durch das hohe Gras, liegt die bewirtete Vorderalm. Hier kann man leckere Kuchen in der Sonne genießen. Eine Einkehr kann ich dir auch empfehlen, denn hier endet der gemütliche Teil der Tour. Die nächsten 5 km bis zur Schnappenkirche verlaufen auf einem S1 Trail. Im ständigen auf und ab schlängelt sich dieser Traumweg um die Nordseite des Hochgern.

Hochgernumrundung

Ich biege nach kurzer Trinkpause in das Moor ab. Über Holzbretter gelange ich trockenen Fußes über die Wiese in den Wald. Ein kurzer Anstieg und ein schöner Ausblick auf das Chiemgau tut sich auf. Nach diesem Foto Spot quere ich bald die Forststraße zur bewirtschafteten Brachtalm. Aber auch diese lasse ich links liegen und fahre weiter auf dem Trail. Geradeaus, ein wenig rauf und dann eine letzte Kurve, bevor es leicht bergab geht. Ein wenig Flow kommt sogar auf, ehe ich erneut von einem Kuhgatter ausgebremst werde.

wiese

Da mich der Trail doch etwas hungrig gemacht hat und mir noch 2km bevorstehen, beschließe ich in der nächsten Alm einzukehren. Der Trail kommt kurz vor der Staudacher Alm aus dem Wald in offenes Wiesengelände. Linker Hand die mächtigen Felswände des Hochgern, rolle ich gemütlich der Alm entgegen.

Die Sennerin kennt mich mittlerweile schon und weiß, dass ich ein Griebenschmalz-Brot und ein Radler möchte 😄
Ich liebe hier die Lage, das Essen, die Menschen. Ungern breche ich wieder auf um die letzte Etappe der Tour in Angriff zu nehmen. Zumal es nochmal bergauf geht.

Schmalzbrot

Ich verlasse die Staudacher Alm in Richtung Tal ein paar Meter über die Forststraße, bis links der Steig Richtung Schnappenberg abgeht. In diesen steinigen Steig biege ich ab und trete bergauf, bis ich auf eine kleine Lichtung mit Bank komme. Hier ist es nun geschafft. Es folgen haufenweise Tiefenmeter🤩 Ich lege die Knieprotektoren an und genieße den Flowtrail bergab Richtung Schnappenkirche. Hierzu gibt es sogar ein Video von mir.

Am Ende des Trails, direkt vor der Schnappenkirche hab ich den wohl schönsten Ausblick auf den Chiemsee. Nach einem kurzen Fotostop fahre ich weiter Richtung Marquartstein. Aus dem schmalen Pfad ist ein ruppiger Karrenweg geworden. Dieser schlängelt sich bis zum Wanderparkplatz, an dem ich am morgen schon vorbeigekommen bin. Um zu meinem Ausgangspunkt zu kommen, wähle ich wie schon am Morgen, den Waldweg Richtung Staudach.

Trail Tipp

Wenn du mehr Trail willst und S3 Stellen sicher beherrschst, dann empfehle ich dir den Schnappentrail zu fahren.
Dieser startet an der Schnappenkirche und bringt dich über zahlreiche Spitzkehren und ausgesetzte Pfade direkt nach Staudach zum Ausgangspunkt der Tour.

Fazit zur Hochgernumrundung mit dem MTB

Mit einem dicken grinsen im Gesicht komme ich nach der Hochgernumrundung ausgepowert am Auto an. So sollte das nach jeder MTB Tour sein! Das Chiemgau ist einfach ein wunderschönes Fleckchen Erde. Auf dieser Tour kommen ambitionierte Einsteiger und Profis gleichermaßen auf ihre Kosten. Die zahlreichen Einkehrmöglichkeiten machen aus dieser Tour eine absolute Genusstour.

Staudacher

Erzähle mir unbedingt von deiner Lieblingstour. Vielleicht ist es sogar die Hochgernumrundung?

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